PsychiatrieDie Psychiatrie (griech: Psyche = Seele, Atem, Gemüt und iatros = Arzt) ist die medizinische Fachrichtung, die sich mit seelischen Erkrankungen beschäftigt. Sie versucht den Menschen als Ganzes, in seinem gesamten Werden und Sein zu erfassen, mit seinen Gefühlen und seinem Erleben, seinem Verhalten, seinen sozialen Umständen, seinem spirituellen Bewusstsein. Seelische Erkrankungen sind häufig und nehmen weiter zu. Sie führen zu einer deutlichen Einschränkung des persönlichen Wohlbefindens, zu Veränderungen des Erlebens (wie z.B. Freudlosigkeit), der Möglichkeit, sein Leben zu gestalten (z.B. beruflich, im Hinblick auf partnerschaftliche Kontakte oder Freunde). Ich versuche, diese Aspekte mit dem Patienten gemeinsam zu ergründen und zu verstehen und Wege zur Gesundung zu finden. Diese können in einer medikamentösen Behandlung zu finden sein (hier eine Anmerkung zu häufigen Vorurteilen: moderne Psychopharmaka machen weder abhängig, noch verändern sie die Persönlichkeit), in einer Psychotherapie, körperorientierten Verfahren u.a. Wichtig ist dabei auch, dass der erkrankte Mensch an eigener Kompetenz gewinnt im Umgang mit seiner Erkrankung und der Therapie (auch z.B. im Umgang mit einer möglicherweise erforderlichen Medikation). Die offizielle Definition von Gesundheit gemäß der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 22.07.1946 lautet: „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht die bloße Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechen.“ Auch hier wird deutlich, dass der geistige bzw. seelische Bereich ein entscheidender Anteil des Menschen ist, gleichberechtigt mit körperlichen Prozessen. So sind z.B. eine anhaltend traurige Grundstimmung, Freudlosigkeit und Lustlosigkeit oder ein anhaltendes Gefühl von Überforderung genauso ernst zu nehmen, wie ein Bluthochdruck – und nicht, wie häufig von Betroffenen und Angehörigen zunächst eingeschätzt, eine Frage des „Sich-Zusammen-Reißens“. Wünschenswert ist eine Entwicklung, bei der Menschen mit seelischen Problemen sich mit der selben Selbstverständlichkeit an den Psychiater wenden würden, wie sie sich mit anderen Erkrankungen Hilfe beim entsprechenden Facharzt suchen. |